6 „Mythen“ der Landschaftsfotografie

Hallo, liebe Freunde, Hans-Wendel hier.

Heute möchte ich Euch anhand dieses Fotos ein paar Gedanken zu einigen „Mythen“ in der Landschaftsfotografie mit auf den nächsten Fototrip geben.

 

Mythos Nummer 1:

Landschaftsaufnahmen macht man mit einem Weitwinkel-Objektiv.

Mythos Nummer 2:

Landschaftsaufnahmen sind vom Vordergrund bis zum Horizont scharf. Fokussierung ein drittel in das Bild hinein, Blende entsprechend mindestens Blende f/8 bis etwa Blende f/13 oder mehr, je nach Objektiv.

Mythos Nummer 3:

Landschaftsaufnahmen sind entweder im Hoch- oder Querformat.

Mythos Nummer 4:

Landschaftsaufnahmen werden auf einem Stativ erzeugt.

Mythos Nummer 5:

In der Mittagszeit macht man keine Landschaftsaufnahmen.

Mythos Nummer 6:

Der ISO-Wert wird so gering wie mit der Kamera möglich gewählt, zumeist ISO 100.

Nun, dieses Bild bricht mit all diesen „Regeln“.

Ist es deshalb kein gutes Bild?

Doch, finde ich. Angepasst an die Tages- und Wetterverhältnisse, die an diesem Tag vorherrschten. Und, es sollte eine gewisse Stimmung (mood) erzeugen. An diesem Novembertag nachmittags war es grau und diesig, nebelig. Ideal für Aufnahmen wie diese, denn dann geht es eben nicht um das „große Bild“ (weites Bild, Weitwinkel-Objektiv).

Es geht eher um den stimmungsvollen, stillen Moment, den Ausschnitt, das Wesentliche (den Zoom-In, Tele-Objektiv).

Also habe ich für diese Szene mein Tele-Objektiv montiert. Kein Himmel, kein großes Bild, einzig der Eingang in den Wald und eine Ahnung, wohin der Weg führen mag. Die Szene auf das Wesentliche komprimiert.

Meinen ISO-Wert habe ich auf 400 gestellt, damit ich aus der Hand sicher schießen kann. Ich war ohne Stativ unterwegs, shame on me. Die Blende auf f/8 gestellt, um mehr Licht zu bekommen und eine etwas geringere Schärfentiefe zu erhalten. Fokussiert direkt vor meine Füsse. Das Bild sollte eben nicht von vorne bis hinten scharf sein. Der Weg sollte schon etwas nebulös enden.

Tja, und dann auch noch das quadratische Format. Häufig finde ich, dass dies unserem direkten Sehen einer Szene am besten entspricht. Das Auge verweilt auf dem Bild als Ganzem und beginnt dann, all die feinen Details zu entdecken.

Ach ja, um noch eins drauf zu setzen, habe ich den sogenannten Orton-Effekt auf das Bild angewendet, um es noch etwas „sanfter“ zu machen. Oh Gott!

Alle Daten zu diesem Bild:

Bildgröße 2540 x 2540 Pixel, 16 Mega-Pixel Micro Four Thirds Kamera Panasonic DMC-G7

ISO 400

Brennweite 45mm, 45mm – 150mm, f/4.0 – f/5.6, MFT Tele-Objektiv – entspricht 106mm Vollformat

Blende f/8

Belichtung 1/50 sec. aus der Hand

Belichtungskorrektur 1 1/3 Blendenstufe

Bearbeitung in Lightroom CC Classic und Photoshop CC mit Tony Kuypers TK Actions Panel (Orton-Effekt)

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